Berlin/Hofheim, 4.05.2012/cw – Zahlreiche Medien berichteten über Vorwürfe ehemaliger politischer Verfolgter in der ehemaligen  DDR gegen den schwedischen Möbelhauskonzern. Danach soll sich IKEA mittelbar an der Zwangsarbeit in der DDR beteiligt und wirtschaftliche Vorteile  aus der Ausnutzung politisch Verfolgter gezogen haben.

IKEA hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres in einem Schreiben an die Vereinigung 17. Juni angekündigt, Konsequenzen zu ziehen und eine behauptete Tätigkeit des Konzerns in der DDR zu erforschen. Die Vereinigung hatte kürzlich die „konstruktive Reaktion aus Schweden“ begrüßt. Zuvor hatte die Vereinigung die BStU gebeten, IKEA in seinen Forschungsarbeiten weitmöglichst zu unterstützen und dies an IKEA-Deutschland vermittelt. „Wir wollten damit verhindern, daß unser Schreiben vom September 2011 und die Antwort des Möbelhauses beiseite gelegt wird. Tatsächlich hat sich IKEA an die BStU gewandt und umfangreiches Material erhalten, das nun  ausgewertet werden muß,“ sagte der Sprecher der Vereinigung.

Vor zwei Tagen hat sich der Verfolgten-Verein erneut an IKEA gewandt und der Firma vorgeschlagen, „seitens Ihres Hauses  einen Dialog zu organisieren, an dem Betroffene und deren organisatorische Vertretungen, beteiligte deutsche Firmen und geeignete Fachleute teilnehmen (sollten), um gemeinsame Vorschläge zu den Konsequenzen aus der festgestellten Zwangsarbeit zu erarbeiten.“ Der Verein  betont, man könne sich gut vorstellen, dass der Name IKEA in Verbindung mit einer derartigen  Initiative seinem „bislang guten Ruf gerecht werden“ und „damit dem aufgetretenen Image-Schaden wirksam begegnen“ könne.

Inzwischen hat sich auch der Dachverband, die Union der Opfer Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) den Bemühungen der Vereinigung 17. Juni angeschlossen. Der Vorsitzende Rainer Wagner fordert nun  ebenfalls den Konzern namens der UOKG zum Dialog auf und schloss sich der positiven Bewertung der Gesprächsbereitschaft von IKEA durch die Vereinigung im Oktober vorigen  Jahres in der verbreiteten Presseerklärung an.

Zuvor hatte auch Hubertus Knabe, Direktor der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen, vor wenigen Tagen IKEA ebenfalls aufgefordert, sich seiner Verantwortung gegenüber den Zwangsarbeitern zu stellen.

Die Vereinigung 17. Juni teilte heute die Erfassung von „Daten und Namen von Betroffenen“ mit, um zu gegebener Zeit diese Menschen in eine „angestrebte und hoffentlich bald umsetzbare Lösung“ einbeziehen zu können. Ehemalige politische Zwangsarbeiter können ihre Daten problemlos über verein17juni1953@aol.com, postalisch: Kaiserdamm 9, 14057 Berlin oder per Fax: 030-30207786 an die Vereinigung übermitteln. Dabei sei zunächst die Angabe des Zeitraumes der Zwangsarbeit, die Branche und, soweit möglich und erinnerlich, die Benennung beteiligter Firmen hilfreich. Bereits jetzt würden erste Anrufe und Meldungen eingehen.

Weitere LINKS zum Thema:

http://www.uokg.de/cms/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=30&Itemid=29

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/tatjana-sterneberg-zwangsarbeiterin-fuer-quelle-und-neckermann/6589608.html

Ein ausführlicher Bericht erschien  heute u.a. im HANDELSBLATT, Wochenendausgabe 4./5./6. Mai 2012

 

V.i.S.d.P.: Vereinung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953