Berlin, 3.04.2012/cw – In einem Schreiben an die Vereinigung 17. Juni in Berlin hat der schwedische Möbelkonzern IKEA zugesagt, den Sachverhalt, „dass politische Gefangene (in der DDR) für die Produktion herangezogen wurden … lückenlos aufzuklären“. Dies liege im “Interesse von IKEA“.

Die Vereinigung hatte sich an IKEA-Deutschland gewandt, nachdem im Herbst vergangenen Jahres in den Medien Berichte über die Verwicklung von IKEA in die oft brutale Ausnutzung von aus politischen Gründen verurteilter Häftlinge in der ehemaligen DDR berichtet hatten. Der Vorstand hatte in diesem Zusammenhang angefragt, in welcher Form sich der Konzern eine Wiedergutmachung vorstelle.

Nachdem sich IKEA zunächst positiv im Sinne einer Erforschung der Nutzung der Zwangsarbeit geäußert hatte, hat sich der Vorstand unmittelbar an den Leiter der BStU Roland Jahn gewandt und diesen gebeten, eingehende Forschungsanträge von IKEA zügig zu bearbeiten und nachdrücklich zu unterstützen.  Diese Unterstützung wurde inzwischen zugesagt.

Über zwischenzeitliche Bemühungen des Konzerns liegen der Vereinigung noch keine Erkenntnisse vor. Man wolle sich demnächst „erneut an IKEA wenden, um den aktuellen Sachstand zu erkunden“, erklärte der Vorstand heute in Berlin. Man sei sich aber bewusst, das „Ermittlungsarbeiten in der Vergangenheit einen längeren Zeitrahmen benötigen, als der Zugriff auf eine vorhandene Personalakte“. Auf der anderen Seite werde man IKEA sicherlich nicht „aus der Pflicht zur Aufklärung entlassen, die man dankenswerterweise zugesagt habe.“

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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