Berlin, 17.01.2012/cw – Nur noch 24 Stunden trennen uns von der totalen Beglückung der Republik. Mit einer seltenen, weil überwältigenden Mehrheit wird Joachim Gauck zum „Präsidenten der Herzen“ erkoren. Nur die abwesende Monarchie bewahrt uns davor, Böllerschüsse und Feuerwerk aus diesem Anlass jubelnd ertragen zu müssen.

In das Schloss an der Spree wird nun ein Mann  einziehen, der vordergründig nur bei „ein, zwei Figuren“ (aus seiner Schul- und Studienzeit – und bei wenigen anderen) auf Kritik stieß. Die mediale Mehrheit und Wirklichkeit hat ihn hingegen längst zu ihrer Ikone, zu ihrem Heiligen erkoren. Ob uns Joachim Gauck deswegen leid tun  soll, wissen wir nicht so recht. Denn der einstige Pfarrer steht, obwohl Protestant, den Heiligkeiten ja zumindest nahe und ist schon jetzt, wie man allseits bemerken konnte, einer gewissen Verehrung nicht abhold.

So wird der strahlende Überpräsident sich alsbald auch bemühen, seiner offensichtlichen Alibi-Gegenkandidatin Beate Klarsfeld – in unserer Republik muss alles demokratisch aussehen, auch wenn  das  nicht immer alles demokratisch abläuft –  das so lange ersehnte Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Das verhilft der Wahl-Pariserin  beschleunigt dazu, sich alsbald mit dem Sieger vom 18. März zu versöhnen und ihren Frieden mit Deutschland zu machen. Ohnehin ist das ursprüngliche Vaterland ja mehr damit beschäftigt, verdiente Diktatur-Chargen einschließlich ihrer bewährten Schwert-Führer sozial zu versorgen und sich der banalen Mitläufer, die in vorgefertigte Schubfächer passen, zu entledigen, als sich dem Lieblingsthema der verhinderten Präsidentin zu widmen.

Bleiben wird also ein Bundesverdienstkreuz in besonders ausgewählter Stufe für eine Heldin, die mutig einen Bundeskanzler ob dessen Mitgliedschaft in der NSdAP geohrfeigt hat und ein Heiliger, der diese beispielhafte Heldentat mit den höchsten Weihen der Republik versieht.

Ob einem einstigen Opfer der DDR-Staatssicherheit vergleichbare Ehren zuteil werden, wenn er/sie einen  Präsidenten ohrfeigt, weil dieser Präsident einstige Stasi-Peiniger in die Unrechts-Unterlagen-Behörde erfolgreich integriert hat, bleibt abzuwarten.

Zunächst wird diese Ohrfeige, falls sie denn jemals erfolgt, sicherlich geklarsfeld, also mit allen medialen Buhrufen (voran BILD) bedacht und strafrechtlich verfolgt werden, die dieser Republik und der von ihr getragenen Politik zu Verfügung stehen. Aber heute wissen wir, dass auf eine derartige Aktion eines Tages die höchste Anerkennung folgen  kann. Und sei es nur aus dem Grund, sich möglichst nach allen Seiten zu verbiegen…

Das Glück der Republik klarsfeldet sich in Berlin an diesem 18. März. Allerdings ein  Datum, das wir einstens in ehrenvollerer Erinnerung hatten. Aber das war … wann?

Es lebe die Republik. Es lebe der Präsident.

V.i.S.d.P.: C.W. Holzapfel, Berlin, Tel.:030-30207785 oder 0176-48061953

Redaktioneller Hinweis: Dies war, wie angekündigt, der garantiert letzte Artikel zum Thema  „Joachim Gauck“, der ab dem 18. März anno 2012 der Präsident der Bundesrepublik Deutschland ist.