Stollberg, 16.03.2012/cw – Erstmals wird das ehemalige Frauengefängnis Hoheneck in Stollberg/Erzgebirge im Entwurf zur Novellierung des Sächsischen Gedenkstättenstiftungsgesetzes als künftige Gedenkstätte benannt. In den Räumen der Landespressekonferenz in Dresden wird das Gesetz heute um 12:00 Uhr von vier Fraktionen des Landtages vorgestellt.

Prof. Dr. Günther Schneider (CDU), Nico Tippelt (FDP), Dr. Eva-Maria-Stange (SPD) und Dr. Karl-Heiz Gerstenberg (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) werden gemeinsam die Vorstellungen ihrer Parteien zu dem Entwurf auf einer Pressekonferenz erläutern.

In einer ersten Stellungnahme begrüßt der Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck die Ankündigung. Tatjana Sterneberg, Vorsitzende und ehemalige Hoheneckerin:

„Wir sind glücklich über diesen ersten Schritt zur Realisierung eines wichtigen Vorhabens sowohl für das Land Sachsen als auch für Deutschland. Hoheneck war das einzige ausschließliche Frauenzuchthaus der DDR. Das Schicksal der nahezu 10.000 Frauen, die dort aus politischen Gründen inhaftiert waren, ist bisher kaum wahrnehmbar gewürdigt und in einen Kontext zur Geschichte der DDR-Diktatur gestellt worden.“ Der Förderverein sehe nun „einen ersten Erfolg der bisherigen gemeinsamen Bemühungen, die mit dem Besuch des Bundespräsidenten im vergangenen Jahr verstärkt in Gang gekommen waren,“ sagte Sterneberg.

Die in der Freien Presse wiedergegebene Skepsis des Geschäftsführers der Sächsischen  Gedenkstätten, Siegfried Reiprich, hinsichtlich einer „nicht automatisierten Finanzierung“ durch das neue Gesetz sieht der Förderverein eher als beruflichen Realismus, im „überbordender Euphorie“ zu begegnen. Auch Siegfried Reiprich sei von der Notwendigkeit einer Gedenkstättenkonzeption und deren letztendlichen Umsetzung überzeugt und werde, so Sterneberg,  sicherlich „seine Erfahrungen  und Überzeugungen konstruktiv einbringen“.

Siehe auch: http://www.freiepresse.de/LOKALES/ERZGEBIRGE/Hoheneck-kann-auf-Foerderung-als-Gedenkstaette-hoffen-artikel7934096.php

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