Hohe Gagen-Forderungen sorgen für Verwirrung

Berlin, 13.01.2012/cw – Immer wieder in Insiderkreisen im Gespräch, jetzt amtlich (neudeutsch: „Durch die Presse“) bestätigt: Joachim Gauck, leicht angegrauter Gegenkandidat des jetzigen Bundespräsidenten nach dem allseits kritisierten Rücktritt von Horst Köhler, war und ist nicht billig. Da ist schon mal von 10.000 Euro für einen  Auftritt die Rede, viel Geld für einen Bürgerrechtler und Pfarrer im Nebenberuf.
Stände Gauck nicht im Rampenlicht, würde das außer die genannten Insider auch kaum jemanden interessieren. Nun aber soll aus dem einstigen Kandidaten wieder ein aktueller Kandidat werden, und so strahlen die Scheinwerfer erneut und heller als je auf den Namensgeber und ersten Leiter der Gauck-Behörde. Nicht dass BILD aufgedeckt hätte, der Aufklärer Gauck kritisiere seinen Nachfolger, weil Roland Jahn die letzten Überreste einst von Gauck installierter ehemaliger  Stasi-Mitarbeiter endlich entfernen wollte. Dass der amtierende Bundespräsident trotz gegenteiliger Appelle von Gauck das entsprechend novellierte Stasi-Unterlagen-Gesetz unterschrieb, wollte BILD wohl auch nicht zu Lasten seines Traum-Kandidaten thematisieren. Das ist nachvollziehbar, weil ja Wulff der Präsident war und Gauck (vorerst?) in der Warteschleife spurte. Ob BILD und all die vielen medialen Nacheiferer alle diese Daten des erwünschten Nachfolgers erst einmal gaucken, um sie geflissentlich nach einer Wahl zur Ehre der Pressefreiheit hervorzuholen, kann nur vermutet werden.

Für den Kandidaten der Herzen 60% Honorar-Steigerung?

Möglich, dass ein etwas kleineres Druck-Medium derartigen Planspielen, sollten sie denn existieren, einen sauberen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Vor zwei Tagen veröffentlichte das Passauer Wochenblatt unter dem Aufmacher „Seit der Wulff-Affäre zu teuer? Kein Gauck-Auftritt in Passau!“ über die erstaunlichen Gagenvorstellungen des Im-Gespräch-Kandidaten zahlreicher Medien. „Seit der Wulff-Debatte,“ so das Blatt, „ ist Gauck noch viel begehrter.“ Und: Zuletzt „scheiterten die Verhandlungen wegen eines Auftritts von Gauck in Passau an den Honorarforderungen seiner Vermittlungsagentur.“ Wie bitte?

Krisen-Profit? - Foto: LyrAg

Das Wochenblatt berichtet weiter, dass „der Preis für den Gauck-Auftritt plötzlich 60 Prozent mehr, als ursprünglich mündlich vereinbart worden war“ betrug.
Und BILD und dessen Anhang schweigen dazu? Da stellen sich kritische Fragen an die Priester der Berichterstattungspflicht. Wie will BILD seinen Lesern die „anrüchigen Verdienste“ des Staatsoberhauptes servieren, einen „Präsidenten der Herzen“ in Gestalt eines tapferen Bürgerrechtlers präsentieren, der seine Gagen nicht zuletzt durch das demokratische BILD-Engagement um 60% steigern konnte? Liegt hier keine „Vorteilsnahme“ vor? Oder wird das erst einmal in den Schubladen der Redaktion verstaut – man kann  ja nie wissen?
Ob Joachim Gauck, BILD oder die Medien bereit sind, die hier gestellten Fragen in aller Offenheit und ungeschmälert zu beantworten? Man wird ja wenigstens fragen dürfen, oder?

Der vollständige Text aus dem Passauer Wochenblatt:
http://www.wochenblatt.de/nachrichten/passau/regionales/Gauck-Wulff-Passau-Gage;art1173,87661,PRINT?_FRAME=33

 

Siehe auch:

Bundespräsident – Der kleine böse Wulff

http://www.zeit.de/2012/03/P-Zeitgeist
V.i.d.S.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-4806-1953

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