Stollberg/Hoheneck, 11.11.2011/cw: Der neu gegründete und kürzlich in das örtliche Vereinsregister eingetragene Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte (BuG) Hoheneck hat folgende „Hohenecker Erklärung“ verabschiedet:

„Der Förderverein Begegnungs- und Gedenkstätte Hoheneck hat aus Anlass der Filmpremiere des ARD-Spielfilmes „Es ist nicht vorbei“ in Stollberg auf seiner ersten Mitgliederversammlung nach der Eintragung in das Vereinsregister am 8. November  2011 folgende Hohenecker Erklärung verabschiedet:

Soll nach dem Willen des Vereins Begegnungs- und Gedenkstätte werden. Burg Hoheneck - Foto: LyrAg

„Die Gründungsmitglieder des Fördervereins und Bürger der Stadt Stollberg nehmen die Premiere des wichtigen  Spielfilmes, der das fiktive Schicksal einer ehemaligen Strafgefangenen auf Hoheneck beinhaltet zum Anlass, die bisherigen vergeblichen Bemühungen um  eine Gedenkstätte in  Hoheneck erneut der Öffentlichkeit vorzutragen.

Das ehemalige Zuchthaus Hoheneck ist in zwei Diktaturen im vorigen Jahrhundert als Machtinstrument gegen Feinde der Diktatur missbraucht worden. Nach 1945 saßen überdies in  diesem Zuchthaus zu Recht verurteilte Kriegsverbrecherinnen ein.

Die zweifellose historische Bedeutung dieser Anlage gebietet einen würdigen Umgang mit den vorhandenen Zeugnissen der Vergangenheit. Wir appellieren an Staat und Gesellschaft, die vorhandene Örtlichkeit einer gemeinnützigen Aufgabe zuzuführen und damit dem Namen Hoheneck eine zukunftsweisende Bedeutung zu geben.

Eine geforderte Nutzung als Mahn- und Gedenkstätte in Verbindung mit einer Begegnungs- und Bildungseinrichtung, die vom Freistaat Sachsen und dem Bund zum Beispiel durch eine gemeinsam getragene Stiftung verwirklicht werden könnte, würde nicht nur dem Anliegen der ehemaligen Frauen von Hoheneck in würdiger Form entsprechen. Eine Umsetzung läge auch im wohlverstandenen Interesse der Stadt Stollberg und einer politisch gewollten und unterstützten Erinnerungskultur.

Bundespräsident Wulff im Mai 2011: Gedenken am Mahnmal vor der Burg - Foto: Privat

Mit der Einräumung einer gemischten Nutzung der Areale und Bestandteile, die für den vorgeschlagenen Zweck nicht zwingend nutzbar wären, würde auch der gegenwärtige Eigentümer in eine einvernehmliche Lösung eingebunden werden können, ohne dass sich aus einer vermeidbaren Auseinandersetzung erneut eine jahrzehntelange Verzögerung dieses dringenden Anliegens der Frauen von  Hoheneck und des Fördervereins ergeben müsste.

Wir bitten alle Entscheidungsträger im Bund und im Freistaat Sachsen wie insbesondere die Bürger der Stadt Stollberg und des Landkreises Erzgebirge, uns bei der Umsetzung dieser Hohenecker Erklärung mit allen möglichen Kräften zu unterstützen.“

Stollberg/Hoheneck, den 8. November 2011

Für den Gründungs-Vorstand:

Tatjana Sternberg                                                                                               Vorsitzende                                                                                                                                                                                              Waltraud Thiele                                                                                                                                                                       Stv. Vorsitzende                                                                                                                                                               Carl-Wolfgang Holzapfel                                                                                                                                         Schatzmeister“

Nach einer Mittelung des Vereins kann  diese Erklärung ab sofort durch entsprechende Erklärung unterzeichnet werden. Erklärungen vorerst an die Vorsitzende:  t.sterneberg@gmx.de 0der per Post an die vorläufige Vereinsanschrift (siehe unten). Die Erklärung kann  auch während der Öffnungszeiten im Cafe-Reise-Point am Bahnhof Stollberg unterzeichnet werden.

Als einheitlicher Text (bei Zusendung) wird vorgeschlagen:

Ich unterstütze die Hohenecker Erklärung vom 8.11.2011: Name, Vorname, Anschrift.“

V.i.S.d.P.: Tatjana Sterneberg, Vorsitzende, Kaiserdamm 9, 14057 Berlin, Tel.: 030-30307778