Was ein VOS-Funktionär lässig verschwieg

von Ralf Gründer

Berlin, 17.10.2011/rgg – Nomen est Omen? Turbulenzen ist der stv. Bundesvorsitzende der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS), Ronald Lässig, in Berlin wohl gewohnt. Was er bisher lässig verschwieg, könnte ihm jetzt arge Schwierigkeiten bereiten.

Erst in diesen Tagen wurde ein Urteil und eine Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) bekannt, wonach der einstige Nachrichtensprecher des MDR letztlich seine Klagen gegen den MDR endgültig verloren hat. Ronald Lässig war 2004 aus dem Sender geflogen, nachdem ihm vorgeworfen worden war, er habe zu Lasten des sächsischen SPD-Vorsitzenden Thomas Jurk eine Nachrichten-Mail der Agentur ddp verfälscht („Jurk will rot-rotes Bündnis in Sachsen“). Dagegen hatte Lässig Klage erhoben und 2006 vor dem Landesarbeitsgericht in Chemnitz obsiegt. Trotzdem weigerte sich der MDR, den geschassten Sprecher wieder einzustellen. Seither hausierte Lässig mit diesem Urteil und erklärte noch vor der letzten Generalversammlung der VOS im April 2010, die Vorwürfe des MDR seien alle widerlegt worden, er sei rehabilitiert und  habe seinen  Prozess gegen den MDR gewonnen.

Was der VOS-Vize verschwieg: Er hatte gegen die Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes Revision eingelegt, weil er damit eine Fortsetzung des beendeten Arbeitsverhältnisses durchsetzen wollte. Dieser Revision wurde im Urteil vom 28.11.2007 (Az.: 5 AZR 952/06 – EzA BGB 2002 § 626 Verdacht strafbarer Handlung Nr. 4) durch das BAG stattgegeben und zur erneuten Entscheidung an das Landesarbeitsgericht zurück verwiesen. Anders, als vom Kläger beabsichtigt, war das BAG allerdings den Begründungen  und Schlüssen des Landesarbeitsgerichtes nicht gefolgt.

Am 25. März 2009 (Az.: 5 Sa 66/08) entschied das Landesarbeitsgericht im Gegensatz zur ersten Entscheidung, die Kündigung sei rechtens gewesen und führte aus, dass „die Personalratsanhörung (durch den MDR) ordnungsgemäß ist und der Kläger auch ordnungsgemäß vor Ausspruch der Verdachtskündigung angehört wurde.“ Eine Revision gegen diese Entscheidung wurde nicht zugelassen.

Gegen diese Nichtzulassung erhob Ronald Lässig Beschwerde beim BAG, die durch Entscheid vom 15.09.2009 (Az.: 3 AZN 404/09) kostenpflichtig zurückgewiesen wurde. Mit dieser letzten Entscheidung wurde die Kündigung durch den MDR entgegen den bisherigen  Behauptungen Lässigs rechtsgültig.

 Die Frage bleibt, wie lässig der einstige Nachrichtensprecher nun dem Vorstand der VOS die offensichtlich falsche Darstellung über seinen angeblichen Rechts-Sieg über den MDR erklärt. Schon zuvor waren aus den Reihen der Mitglieder kritische Fragen nach der Wahrheitsliebe des VOS-Vize aufgeworfen worden. So hatte Lässig zumindest hingenommen, dass drei Geburtsjahre (zwischen  1968 und 1972) kursierten und er im  Vereinsorgan fälschlich mitteilen ließ, er sei Redakteur bei der Tagesschau in Hamburg. Neuerdings muß er sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, am Vorstand vorbei gegen die Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen in Thüringen, Hildigund Neubert, eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht zu haben. Noch schwerer allerdings wiegen jüngste Erkenntnisse, wonach der im Gegensatz zur Sachsen-SPD in der SPD-Berlin (noch) wohlgelittene Genosse zumindest gegenüber dem Verband der Stalinismus-Opfer seine einstige Ausbildung und Tätigkeit in einem …

Aufgrund einer rechtlichen Auseinandersetzung um die Zugehörigkeit eines Außenhandelsbetriebes (AHB) der DDR zum behaupteten Bereich der Kommerziellen Koordinierung (KoKo) des Stasi-Obersten Alexander Schalck-Golodkowski  und der damit einhergehenden Folge von Unterlassungserklärungen sieht sich die Redaktion  veranlasst, einen Teil des Textes vom vorstehenden Artikel bis zur rechtlichen Klärung vorgenannter Auseinandersetzung aus dem Netz zu nehmen. Wir bitten um Verständnis.

Berlin, 6.02.2014

Die Redaktion

Außenhandelsbetrieb (AHB) der DDR verschwiegen hat.  …  Keine lässigen Zeiten für die VOS.

LINK:/Urteil BAG: http://lexetius.com/2007,3954 – Beschluss BAG: http://lexetius.com/2009,3122

V.i.S.d.P.: © 2011 Ralf Gründer (Gast), Rückfragen: 030-30207785 oder 0176-48061953

http://berliner-mauer.de/Aktuell/was-ein-vos-funktionaer-laessig-verschwieg.html

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