Berlin, 24.06.2011/cw – Der Landesverband Berlin der „Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS)“ hatte seine Mitglieder zu einem Filmabend in ihr neues Domizil am Hardenbergplatz eingeladen: „Gesicht zur Wand“, ein  vielbeachteter Film von Stefan Weinert.

Allerdings waren  nicht alle Mitglieder des Landesverbandes Berlin-Brandenburg eingeladen worden. Seit längerer Zeit werden offensichtlich nur Mitglieder eingeladen, die dem derzeitigen Vorstand genehm sind. Nur dumm, dass die Info-Schiene der Mitglieder untereinander noch intakt ist. Und „Gesicht zur Wand“ konnte SPD-Genosse Ronald Lässig und seine Vorstandskollegen Hugo Diederich und Frieder Weiße noch nicht anordnen, als sie einen nichteingeladenen Kameraden abwiesen.

Dafür platzierten sich diese drei VOS-Kameraden im kurzzeitigen Schichtdienst erst vor dem Eingang am Hardenbergplatz (Hugo D.) und dann, ab 16:55 Uhr, im Hausflur vor der VOS-Etage (Frieder W.), um mögliche nichteingeladene Mitglieder abzufangen. Immerhin verzichtete Lässig diesmal auf die Anmietung eines Security-Dienstes, den er zu Lasten der VOS bereits zur letztjährigen Generalversammlung zum Zwecke der Abwehr von unerwünschten  Mitgliedern in der Vorhalle eines Hotels positioniert hatte.

Abwehr eines Kritikers an Satzungsverstössen, rechtswidrigen Vertrages, problematischen Umgangs mit Zahlen u.a.

Mitglied Carl-Wolfgang H. hatte nach Kenntnis der Veranstaltung die Kameraden höflich angeschrieben und sein  Kommen  angesagt. Per Fax, Mail und Einwurfeinschreiben wurde dem „sehr geehrten Herrn H.“ dann übermittelt, gegen ihn  werde das  Hausverbot „unbefristet“ erneuert. Begründung: Der Amtsvorgänger des VOS-Vize Lässig sei „mit Schreiben vom 20.09.2010 ausgeschlossen“ worden (übrigens zwei Monate nach dem rechtskräftigen  Urteil des Amtsgerichtes Charlottenburg, das einen zuvor beschlossenen Ausschluss abgelehnt hatte). Begründet wurde die Rechtskraft des neuerlichen Ausschlusses u.a. damit, dass der Bundesvorstand einen  Beschluss des verbandsinternen Beschwerdeausschusses vom 7.02.2011, in dem der Ausschuß den Ausschluss einstimmig abgelehnt hatte, mit Schreiben vom 26.04.2011 als „rechtsunwirksam“ aufgehoben hatte. Somit sei der Ausschluss vom Vorjahr nach wie vor gültig und H. nicht mehr Mitglied der VOS: „Selbst wenn eine … Klage (gegen den Vereinsausschluss) anhängig wäre, würde daraus allein noch kein Fortwirken ihrer Mitgliedsrechte begründet“, heißt es in dem von den VOS-Vorderen unterzeichneten Schreiben vom 23.06., dass der so Geschasste am Abend des 24.06. (18:32 Uhr) in seinem Hausbriefkasten vorfand. Und: „Ich (Frieder Weiße) setze voraus, das Ihnen bekannt ist, dass ein Verstoß gegen dieses Hauverbot unter anderem ein Hausfriedensbruch darstellen würde.“

Dumm nur, dass Mitglied H. lediglich im Zugang zur VOS-Etage um einen Einlass unter Hinweis auf seine  bereits eingereichte Klage gegen den Ausschluss (204 C 124/11, Juni 2011) bat, die VOS-Etage also gar nicht betrat. Und da es sich um ein allgemein zugängliches Büro-Haus handelte, mühte sich VOS-Vize Lässig vergeblich, einen angekündigten „Hausfriedensbruch“ zu konstruieren. Nachdem dieser über Handy die Polizei herbeirief und diese trotz Zuwartens auch nach 30 Minuten nicht erschien, verließ H. mit seiner Begleitung den ungastlichen VOS-Ort. Zuvor hatte seine Begleitung sich unter dem  Polizeiruf allerdings bestätigen lassen, dass ein entsprechender Anruf eines Herrn Lässig eingegangen sei. Das ausgesperrte Mitglied: „Schließlich wolle man die Zutritts-Verweigerung aktenkundig gemacht haben.“ Ähnlichkeiten zu einer Veranstaltung im Rathaus Schöneberg am 27.07.2010 sind rein zufällig oder waren zumindest nicht beabsichtigt, weil die VOS an der SPD-Veranstaltung organisatorisch nicht beteiligt war.

V.i.S.d.P.: C.W. Holzapfel, Berlin, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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