Berlin, 24.06.2011/cw – Gegenüber der Nachrichtenagentur dapd-berlin hat der Berliner Landesvorsitzende und Fraktionschef der CDU im  Abgeordnetenhaus einen angemessenen Umgang mit den Opfern der SED-Diktatur gefordert. Zivilcourage und Widerstand „gegen ein System der Unfreiheit und Unterdrückung“ seien nicht ausreichend gewürdigt worden. Frank Henkel kritisierte die bisherige Haftentschädigung. Er halte es für eine „bürokratische Frage, dass ein Opfer nachweisen müsse, eine bestimmte Zeit im Gefängnis gewesen zu sein“. Jeder Gefängnistag, so Henkel, den man im Zuchthaus  gesessen hat, sei entschädigungswürdig.

Deutlich setzte sich der CDU-Politiker für die Benennung von Straßen nach Opfern der SED-Diktatur ein. Er bezeichnete es als „schwer erträglich, dass es immer noch Straßennamen gibt, die nach Repräsentanten der kommunistischen Diktatur und Gewaltherrschaft benannt sind.“

Hinter dem Volksaufstand verbergen sich dramatische und erinnerungswürdige Schicksale - Foto: LyrAg

In diesem Zusammenhang kritisierte Henkel auch, dass es in Berlin nicht gelinge, „die Fläche am Bundesfinanzministerium an der Ecke Leipziger/Wilhelmstraße in  Platz des 17. Juni umzubenennen“.

LINK:

http://nachrichten.t-online.de/henkel-beklagt-defizite-beim-umgang-mit-sed-opfern/id_47378690/index?news

Die Vereinigung 17. Juni begrüßte in einer Stellungnahme „die klare Ansage“ des CDU-Politikers. Die Benennung des Platzes vor dem Bundesfinanzministerium sei „seit mindestens 2005“ überfällig. Es sei nicht gut, wenn  so grundlegende und wichtige nationale Entscheidungen, wie dies die Benennung nach einem wichtigen deutschland- und europapolitischem Ereignis darstellt, auf kleinkarierte Parteipolitik zurückgefahren werde.

Seit 2005 setzt sich die Vereinigung für eine Platz-Benennung ein, so 2009 (Bild) - Foto: LyrAg

Die hartnäckige Weigerung des Bezirkes Mitte sei jedenfalls eher im parteipolitischen Feld anzusiedeln als in der Verantwortung gegenüber historischen Ereignissen, erklärte der Vorstand. Die Vereinigung setzt sich seit Jahren für den „Platz des 17. Juni“ ein und hatte zuletzt während der Kranzniederlegung des Regierenden Bürgermeisters am Freitag letzter Woche mit einem Transparent für diese Forderung demonstriert.

V.i.S.d.P.: Vorstand Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

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