Vorstoß der UOKG für „Platz des 17. Juni“ begrüßt

Vergeblich: Zahlreiche Verfolgtenverbände protestierten 2005 gegen die Entfernung der Foto-Tafeln

Berlin, 24. April 2011/ts – Die Vereinigung 17. Juni begrüßt die „eindeutige Unterstützung“ des Dachverbandes der Verfolgtenverbände, UOKG, auf Benennung des Platzes vor dem Bundesfinanzministerium in „Platz des 17. Juni“.

„Sechs Jahre nach unserer Initiative“ sei das „Gedenken am Ursprungsort des 17. Juni überfällig“, betonte der Vorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel in einer Stellungnahme des Gedenkvereins an den Volksaufstand. Bereits im  Jahr 2005 habe die damalige Fraktionsvorsitzende  der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen  Bundestag und heutige Bundeskanzlerin nach einem neuntägigen Hungerstreik des Vereinsvorsitzenden ihre uneingeschränkte Unterstützung für das geforderte Gedenken vor dem heutigen Finanzministerium zugesagt. Holzapfel hatte daraufhin seinen  Hungerstreik abgebrochen.

Vor dem einstigen „Haus der Ministerien“ der DDR hatten zehntausende Streikende für den 17. Juni zum Generalstreik aufgerufen. Die Vereinigung (AK) 17. Juni hatte nach der Abnahme der drei Fotoserien von der Seitenfront des heutigen Bundesministeriums wegen angeblicher Bedenken des Denkmalschutzes als Ausgleich die Benennung des Platzes nach dem Volksaufstand von 1953 gefordert.

Eine abwehrende Hand gegenüber dem Ministerium: Das hielt die DENK-MAL-Beseitiger nicht ab

Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit unterstützte zumindest verbal diesen Vorschlag, scheiterte aber ebenso wie die Vereinigung an Wowereits Genossen und Stadtrat Ephraim Gothe, der mit „fadenscheinigen, weil durch das Straßenbenennungs-Gesetz nicht gedeckten Begründungen“, so die Vereinigung, den Vorschlag seither torpedierte.

Symbolisch: Rosen zur Beerdigung des Gedenkens; darunter: Holzapfel zu Beginn seines Hungerstreiks gegen die Bilderstürmer

Die Vereinigung sieht nun dringenden Handlungsbedarf: „Da wir in zwei Jahren den 60.Jahrestag des ersten Volksaufstandes in Europa gegen den Kommunismus nach dem Ende des 2. Weltkrieges begehen, sollte auch am Ort des Geschehens an dieses großartige historische Ereignis erinnert werden.“  Das bisherige ausschließliche Gedenken in den ehemaligen  Westsektoren sei anachronistisch und eine Anmaßung „nicht nur gegenüber den Teilnehmern am Volksaufstand, sondern auch gegenüber der Geschichte“, betonte der Vereinsvorstand. Die Unterstützung durch den Dachverband könne hilfreich sein, endlich einer Realisierung näher zu kommen. Letztlich aber werde die „Erinnerung der Bundeskanzlerin an ihre einstige Zusage“ das Vorhaben wirksam beschleunigen.

Frank Henkel (CDU) und Roland Gewalt (CDU) mit dem Brief von Angela Merkel nach neun Tagen Hungerstreik

Hajo Rückert † und andere Teilnehmer am Volksaufstand wie Günter Mentzel † unterstützten den Protest

Zahlreiche Opfer der SED-Diktatur, hier Hartmut Richter und (dahinter) Manfred Lehmann unterstützten die Forderung nach einem "Platz des 17. Juni"

                                                                                                                                                                                                  V.i.S.d.P.: Vorstand Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030 – 30207785 oder 0176-48061953

www.17juni1953.de

Fotos: © 2011 Rudolf Schröder † Vereinigung 17.Juni