P r e s s e

Mauer-Spiel: „Wir brauchen nicht Auschwitz, um empört zu sein“
Opfer-Verband lädt Studenten zum History-Unterricht nach Berlin ein

Berlin, 29.09.2010/cw – Die Verfolgten des SED-DDR-Regimes teilen die Empörung des Gedenkstättenleiters „Berliner Mauer“, Dr. Axel Klausmeier, über die jüngste Kreation in der Sparte Computerspiele. „Dies sei nicht nur geschmacklos, sondern eine Provokation der Flüchtlinge, die unter Einsatz ihres Lebens diese Mauer überwunden haben,“ erklärt die Vereinigung 17. Juni in Berlin heute. „Auch die Menschen, die für ihren Versuch, diese blutige Todesgrenze zu überwinden, mit vielen Jahren Zuchthaus bezahlen mussten und die Hinterbliebenen von Hunderten Todesopfern sind fassungslos und gedemütigt über diese Verhöhnung der Ermordeten und der Leiden ihrer Familienangehörigen.“

Die Vereinigung fordert nicht nur eine angekündigte „Überprüfung nach dem Jugendschutzgesetz“, wie es die Landesmedienanstalt Stuttgart angekündigt hat, sondern ein „unverzügliches Verbot“. Der Vorsitzende Holzapfel: „Wir sind gebrannte Kinder, was Verbote angeht. Aber es gibt Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Wir brauchen nicht erst danach zu fragen, wann uns ein Computerspiel „Auschwitz“ angeboten wird, um empört zu sein. Auch ein Spiel über Dachau, Buchenwald oder Sachsenhausen verbietet sich, wie dieses Mauerschützen-Szenario von selbst.
Wer so glaubt, Geschichte vermitteln zu müssen, um ausgerechnet zum 20.Jahrestag der Deutschen Einheit einen kommerziellen Hit zu platzieren, verdient nicht eine >Eins< durch seine Hochschule, sondern ein klares und deutliches >Ungenügend<.“

Der Vorstand kündigte an, den Urheber des Spiels, den Studenten Jens M. Stober, nach Berlin einzuladen, um diesem an der Gedenkstätte „Berliner Mauer“ in der Bernauer Straße wie an anderen Orten des Schreckens „lebendigen Geschichtsunterricht zu vermitteln.“ Der Verein ist überzeugt, „mit dieser praktischen Nachhilfe einen jungen Menschen zu veranlassen, seine
provokative Kreation schnellstens einzumotten,“ sagte der Vereinssprecher.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Vorstand, Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953