Aktivität gegen Stasi-Kurras „populistische Aktion“

Gumtow/Berlin, 05.03.2010/IvE – In einem Schreiben an Mitglieder einer Arbeitsgemeinschaft von KZ-Opfern meldet sich wieder einmal Alexander der Große zu Wort. Er äußert sich darin nicht nur zum wiederholten Male negativ über eine verstorbene und allseits in hoher Achtung stehende Kameradin und einstigen AG-Vorsitzenden, sondern holt in gewohnter Manier zum Rundumschlag gegen Carl-Wolfgang Holzapfel aus. Dabei scheut er sich nicht, der VOS, der UOKG, der AG Sachsenhausen und anderen Teilnehmern an dem Gedenken für den von einem Stasi-Agenten erschossenen Benno Ohnesorg im Juli 2009 vorzuwerfen „populistisch die Geschichte umschreiben zu wollen.“ Das hört sich allerdings schon sehr nach Aneignung linksextremer Positionen an, und auch das nicht zum ersten Mal. Denn wenn es A.d.G. gefällt, dann schreibt er auch schon mal in linken Foren (wie „Das bunte Brett“) über seinen Frust an Holzapfel und der VOS. Letztgenannter Verband wird übrigens gerne nach Gusto positiv oder negativ abgehandelt, je nachdem, ob gerade durch Ausschreibung ein angestrebter bezahlter Beratungsposten „verweigert“ wurde oder  eine „böse“ Delegiertenversammlung die Wiederwahl ablehnte. Um den geneigten Leser nicht zu sehr zu strapazieren, geben wir das Schreiben in den wesentlichen Passagen interpretiert zur Kenntnis. Die Namen der von A.d.G. angeführten Personen wurden entfernt (außer der von Carl-Wolfgang Holzapfel, dessen Einverständnis vorliegt).

Irgend von Einem

In dem Schreiben wird ausgeführt, dass gegen den Holzapfel z.Zt. ein vom Vorstand der VOS eingeleitetes Ausschlußverfahren laufe. Dass der Beschwerdeausschuss darüber noch nicht entschieden hat, wird unterschlagen, wie das bei AdG üblich ist (Halbwahrheiten eigenen sich bestens für Zersetzung und transportierte Diffamierung). So wird der wegen rechtswidriger Zustände erfolgte Rücktritt Holzapfels (VOS) als „Gastspiel für nur wenige Monate“ deklariert und wahrheitswidrig behauptet, Holzapfel führe inzwischen mit seinem Nachfolger einen Rechtsstreit. Auch das ist falsch, weil nämlich der Nachfolger einen Rechtsstreit gegen Holzapfel führt und dabei unhaltbare dubiose Forderungen in Höhe von 12.000 Euro geltend macht. Und wie schlimm: Der zurückgetretene stv. VOS-Vorsitzende berichtet darüber auch im Internet und, man höre und staune: „zum Schaden der VOS“. Na so was. Da hat wohl AdG gänzlich seine Internet-Attacken gegen die VOS und Holzapfel ausgeblendet? Und regt sich hier über den Schaden für die VOS doch tatsächlich auf. Von dem berühmten Namensgeber Alexander dem Großen sind derartige Heucheleien allerdings nicht überliefert.

Übrigens: AdG hat in bester Stasi-Manier auch festgehalten, das Holzapfel zur Generalversammlung in Friedrichroda im Oktober 2008 verdächtigerweise mit der Person angereist ist, die ihn, potz Blitz, auch noch frech gegen AdG zur Wahl vorgeschlagen hat.

Und dann hat diese Person vor der Wahl noch eine ausführliche Rede gegen AdG gehalten. Unmöglich! Und „der ehrenwerte Kamerad Holzapfel“ hielt dann auch noch eine Rede, um sich zur Wahl des stellv. Bundesvorsitzenden vorzustellen. Und die Wahl hat der dann auch noch, wie AdG schreibt, „ nach dieser vorzüglichen Vorarbeit“ gewonnen. So ein demokratisches Drama! Und das alles in geheimer Wahl. Vielleicht hat ja AdG aus dieser Erfahrung heraus seinem Nach-Nachfolger geraten, nur noch gekennzeichnete Stimmzettel zu verwenden, damit nicht schon wieder so ungeheuerlich Geheimes geschehen kann?

Aber vielleicht hatte AdG ja mit seinen Befürchtungen recht? Denn „wieder zu Hause angekommen“ bekam er „plötzlich von verschiedenen Seiten“ Emails, die  diverse Hinweise auf Holzapfels schreckliche Biografie enthielten. Und die waren AdG „bis dahin völlig unbekannt“. Die kurze Mitgliedschaft bei den Republikanern war dabei auf einmal der „unbedeutendste Hinweis“, obwohl AdG gerade diesen Umstand unermüdlich seit November 2008 bei jeder sich bietender Gelegenheit thematisierte, wenn auch erfolglos. Nun schien ihm die Mitgliedschaft im Witikobund der Sudetendeutschen Landsmannschaft viel „bedenklicher“.

Inzwischen, so führt AdG weiter aus, habe er über Holzapfel so viele Informationen lesen können, dass er sich über dessen Verteidigung durch andere nur noch wundern könne. Es folgt die larmoyante inzwischen bekannte und übliche Anspielung auf die schwere Jugend des AdG, um damit das mangelnde Verständnis für Holzapfels über dreißig Jahre zurückliegende Aktivitäten für die Freilassung von Rudolf Hess zu begründen. Als Beweis für nachweislich falsche Behauptungen (Holzapfel solle „mit einem Benzinkanister in der Hand“ vor dem Spandauer Gefängnis die Freipressung versucht haben) zitiert er dann Presse-Artikel, denen mit einem Mal Beweiskraft zugesprochen wird. Man könnte das auch als „vertrauliche Hetze“ bezeichnen. In dem Stil geht es weiter. Nach der scheinheiligen Anführung eines Buch-Titels, den Holzapfel selbst seit Jahren in der Vereins-Homepage anführt, urteilt AdG wohl kraft seiner berühmten Glaubwürdigkeit: Holzapfel betone gerne und stets sein hohes Demokratieverständnis, dagegen würden seine Handlungen „leider“ immer wieder vom Gegenteil zeugen. Klar, AdG weiß genau über Demokratie-Engagement Bescheid. So wie die Genossen der Deutschen Demokratischen Republik, die ja die Demokratie sogar bekennerisch in ihrem Rumpf-Staat-Namen verewigten.

AdG schließt seinen Rundumschlag für Freiheit und Demokratie mit dem süffisanten Vorwurf an Empfänger und Nicht-Empfänger seines Ergusses, alle diese schlimmen Verbrechen des Holzapfel gegen die Freiheit dürften diesen bekannt sein und halte sie dennoch „nicht davon ab, sich weiterhin aktiv für diesen umstrittenen Menschen einzusetzen“. Und der ihm eigenen Fähigkeit zur Intriganz verpflichtet fügt er gleich noch eine Lüge an: „Andere große Organisationen“ trennten sich von Holzapfel. (In 66 Lebensjahren hat sich noch keine „große Organisation“ von Holzapfel getrennt, sondern bisher nur der Vorstand der VOS ein Ausschlußverfahren eingeleitet, gegen das die Beschwerde läuft.) Schlimm: Der KZ-Opfer-Verein unterstütze dagegen Holzapfels populistische Aktionen sogar noch. Habe der Vorstand doch mit Holzapfel zusammen am Denkmal für Benno Ohnesorg gefordert, in Berlin „die Geschichte umzuschreiben“.

Tja, AdG, da gibt es in der voreiligen Argumentation nun ein Problem: Denn an der zitierten Trauerfeier haben mehrere Verbände, unter ihnen der Dachverband UOKG und die VOS teilgenommen. Wäre eine gute Gelegenheit, nun doch wieder einmal gegen die VOS zu polemisieren, (vielleicht gegen den stv. Bundesvorsitzenden Hugo D., der an dieser Veranstaltung ebenfalls frech teilgenommen hat) wie seinerzeit wegen der „Wahlprüfsteine“ im linken Forum „Buntes Brett“. Ein wenig sollte AdG noch damit warten, denn  am 9. April findet die nächste Generalversammlung statt. Und vielleicht hat man ja dann Dank des rühmlichen Engagements gegen Holzapfel und Co. Chancen auf eine erneute Wahl in den Vorstand. Schließlich sind die Beratungsstunden (für SED-Opfer) aufgestockt worden. Da müsste jetzt doch ein wenig Raum (und Geld) übrig bleiben für einen engagierten Menschen wie AdG, der aufgrund seiner schweren Jugend auf deren kommerzielle Verwertung angewiesen ist, oder? Und für Attacken auf die VOS bleibt nach einer Nicht-Wahl noch genügend Zeit, das weiß AdG aus Erfahrung.

Aber wie schließt AdG sein Schreiben: Mit seinen Ausführungen sei „die ganze Angelegenheit“ für ihn „nunmehr zu Ende“, er „habe weder die Zeit noch die Lust für eine derartige Zeitverschwendung“. Wer´s glaubt wird selig. Doch ein AdG hat Anspruch auf Nachsicht, auch wenn manche Feststellungen auch von mir unterschrieben werden können: „Nicht jeder Kampf gegen den Kommunismus ist schließlich auch einer für die Demokratie.“ Wie wahr. Danke, Alexander, Du Großer!

© 2010 Irgend von Einem (Gastartikel)