Knappe Kasse oder Frechheit:

Beauftragte Kanzlei: Unter Verzicht auf Rechtsweg „mit der Hälfte“ einverstanden

Berlin, 11.01.2010/cw – Das der Vorgänger von seinem Nachfolger im Amt Post bekommt, ist nicht immer üblich, widerspricht aber auch nicht den Usancen. So erhielt der Vorgänger im Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der ältesten Verfolgtenorganisation VOS (Vereinigung der Opfer des Stalinismus), die im nächsten Monat auf sechzig Jahre seit der Gründung zurückblicken kann, jetzt ebenfalls Post. Die kam aber nicht von Ronald Lässig selbst, gegen dessen Wahl dem Bundesvorstand inzwischen wegen des Vorwurfes eines Verstoßes gegen das Vereinsgesetz und die Satzung der VOS ein Widerspruch vorliegt, sondern von der beauftragten Leipziger Kanzlei „Schoch & Topel“. In dem besagten Schreiben vom 8.01.2010 wird namens „unseres Mandanten“ (Ronald Lässig, Anmerkung) dem erstaunten Amtsvorgänger mitgeteilt: „Durch die Ihrerseits aufgestellten falschen Behauptungen ist unserem Mandanten ein Schaden entstanden, für den der Adressat nun einzustehen habe.

Aber „da unser Mandant … keinerlei Interesse an einer langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzung“ hat, sei dieser „durchaus an einer gütlichen Einigung interessiert“. Sodann führt die Kanzlei im Namen Ronald Lässigs einen Vergleich an, der „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht und ohne Präjudiz“ die Verpflichtung vorsehe, „an unseren Mandanten einen Pauschalbetrag in Höhe von 6.000,00 € zur Abgeltung der Schadenersatzansprüche“ zu zahlen.

Der „von dieser Forderung überraschte“ Vorsitzende der Vereinigung 17. Juni, Carl-Wolfgang Holzapfel war zunächst sprachlos und konstatierte dann: „Entweder ist Herr Lässig knapp bei Kasse oder das ganze ist eine bodenlose Frechheit. Von einer etwaigen kriminellen Energie wolle er hier gar nicht erst reden, weil auch Herr Lässig bis zu einer etwaigen gerichtlichen Klärung einen Anspruch auf die Unschuldsvermutung habe“.

Holzapfel sieht nun nicht nur auf Lässig wegen seiner offensichtlich unhaltbaren Forderungen

Probleme zukommen, sondern auch auf den Verband, der „durch das Agieren von Lässig zunehmend Schaden erleidet“. Nachdem Lässig an seiner angefochtenen Wahl selbst aktiv mitgewirkt und das Wahlprotokoll über die Vereinsrechts- und satzungswidrige Wahl mit unterschrieben habe, bleibt nach Auffassung Holzapfels dem Bundesvorstand nur die „Flucht nach Vorne und die heißt: Rücktritt“. Der Vorstand habe die warnenden Hinweise in lässiger Weise ignoriert und steht „sowohl für die gesetzwidrige Wahl wie für die Etablierung Lässigs in die Stellvertreter-Funktion voll in der Verantwortung“, sagt Holzapfel.

In einer heute verbreiteten Presserklärung betont der Amtsvorgänger Lässigs, der im Sommer vorigen Jahres „wegen unhaltbarer rechtlicher Zustände“ im Verband seinen Rücktritt erklärt hatte, er wolle „erst gar nicht aufzählen, welche Widersprüche in der beruflichen Darstellung Lässigs aufgetaucht seien, angefangen von dem abweichenden Geburtsdatum im Vereinsorgan“ bis hin zu den widersprüchlichen Angaben über eine Tätigkeit bei der Tagesschau“ (Der NDR hatte auf Anfrage lediglich eine „freie Mitarbeit“ für ein regionales Nachrichten-Programm am Nachmittag bestätigt). Es ginge hier auch nicht um die privatimen Angelegenheiten eines umtriebigen Journalisten, der „in einer schwierigen Zeit“ Fuß zu fassen suche sondern einzig und ausschließlich um die Selbst-Darstellung eines angesehenen großen Verbandes in der Öffentlichkeit, der durch derartige Winkelzüge in Verruf gerate. Zumindest solle Lässig den Anstand besitzen und sein „durch das Vereinsregister noch nicht bestätigtes Amt“ ohne Verzug niederlegen.

Siehe auch: VOS: Beschwerde gegen „kontrollierte Wahl“  unter www.17juni1953.de >>> Presse vom 6.01.2010

V.i.S.d.P.: Carl-Wolfgang Holzapfel, Berlin, Tel.:030-30207785 oder 0176-48061953