Ashraf: Frohe Nachricht – Gratulation – Danke schön

Nach der Freilassung der 36 Geiseln in Ashraf konnte der Hungerstreik von Iranern, so auch vor dem Auswärtigen Amt in Berlin, nach 72 Tagen beendet werden. Für viele der Streikenden war es höchste Zeit, da manche bis auf die Knochen abgemagert waren.

In dieser Stunde verneigen wir uns vor dem Mut dieser Menschen, die beispielhaft bis an die Grenzen ihrer physischen Möglichkeiten für die Geiseln und den Schutz der Einwohner von Ashraf gegangen sind. Unsere besondere Anerkennung gilt den Deutsch-Iranern, die sich diesem Einsatz für Humanität nicht entzogen haben, statt sich dem inzwischen gewohnten guten Leben in Deutschland hinzugeben.

Unsere Sorge in der Zukunft gilt den 3.500 Einwohnern der iranischen Enklave in Ashraf/Irak, deren Sicherheit erst dann gewährleistet ist, wenn sich die UNO bereit erklärt, die ursprüngliche Schutzgarantie der US-Army durch entsprechende verpflichtende Erklärung und durch die Entsendung von Beobachtern zu übernehmen. Wir hoffen dabei nach wie vor auf die entsprechende Fürsprache der deutschen Regierung, deren Einfluss auf die UNO unbestritten ist. Sie steht besonders den Deutsch-Iranern gegenüber in der Pflicht, die vielfach selbst Angehörige in Ashraf haben.

Carl-Wolfgang Holzapfel

Wir erhielten heute folgendes Schreiben, für das wir uns herzlich bedanken:

Berlin, 09. Oktober 2009

Sehr geehrter Herr Holzapfel,

die 36 PMOI-Geiseln aus Camp Ashraf wurden am 72. Tag ihres Hungerstreiks und am 7. Tag ihres trockenen Hungerstreiks freigelassen und eilig in das Krankenhaus von Ashraf gebracht.

Frau Rajavi forderte alle Hungerstreikenden in Ashraf und weltweit auf, ihre Streiks zu beenden.

Die „Vereinigung 17. Juni 1953 e.V.“ und Sie … persönlich haben sich für die Freilassung dieser Gefangenen, die in Wirklichkeit trotz aller Gerichtsurteile, die sie für unschuldig erklärten, als Geiseln gehalten wurden, sehr eingesetzt.

Wir haben Sie erlebt, wie Sie sich unermüdlich und konsequent beim Außenministerium uns anderen Einrichtungen einsetzten. Wir haben Sie erlebt, wie Sie oft voller Liebe und Mitgefühl die Hungerstreikenden besuchten und die Sorgen von Betroffenen übermittelten. Wir habe Sie erlebt, wie zornig und beunruhigt Sie wegen der Tatenlosigkeit der zuständigen Stellen waren und dies auch bei Konferenzen kundtaten.

Das ist für uns alle menschlich sehr viel wert, weil Sie auch wie viele andere vorbeigehen könnten. Sie haben aber die Leiden gesehen, gespürt und weitergeben.

Hiermit bedanken wir uns ganz herzlich für den Einsatz und die Bemühungen von Ihnen, … und von allen Kollegen in der Vereinigung für die humanitären Rechte von Bewohnern in Camp Ashraf.

Das werden wir nicht vergessen und wissen dies sehr zu schätzen.

Mit freundlichen Grüßen

Familienangehörige von Bewohnern von Ashraf und exiliranischen Hungerstreikenden vor dem Auswärtigen Amt

Exiliranische Gesellschaft in Berlin e.V.

(Abschrift des Original-Schreibens, das in den Abendstunden des 10.10.2009 zusammen mit einem wunderschönen Blumenstrauß dem Vorsitzenden der Vereinigung 17. Juni 1953 von zwei Iranern im Auftrag der Gezeichneten übergeben wurde.)