Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS)

VEREINIGUNG 17.JUNI 1953 e.V.

P r e s s e

Ehrengrab für NS-Wehrwirtschaftsführer?

Verfolgtenverbände legen  dem Senat Lebenslauf von Borm vor

Berlin, 11.06.2009/cw – Die Verfolgtenverbände der SED-DDR-Diktatur haben ihre im letzten Monat erhobene Forderung, das Ehrengrab für den jahrzehntelangen Agenten der Stasi und einstigen führenden Politiker der FDP William Borm aufzuheben, mit neuen Erkenntnissen unterlegt und damit den Druck auf den Senat erhöht.

In einem erneuten Brief an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit teilen die Vereinigungen 17. Juni und die Opfer des Stalinismus (VOS) mit, dass William Borm nicht nur hochrangiger Agent des MfS, sondern zuvor bereits engagierter Wehrwirtschaftsführer im Dritten Reich Adolf Hitlers gewesen sei. Sie beziehen sich mit diesen Angaben auf Veröffentlichungen im jüngst erschienenen „Braunbuch DDR“, 2. Auflage, von Olaf Kappelt (Mai 2009).

Diese „bisher wenig bekannte Eigenschaft des Borm als ehemaliger NS-Wehrwirtschaftsführer dürfte die Entscheidung, die Widmung der Begräbnisstätte als „Ehrengrab“ aufzuheben, wahrscheinlich erleichtern“, heißt es in dem Schreiben.

„Wir haben nunmehr eine gesteigerte Hoffnung, dass sich in dieser Frage etwas bewegt,“ heißt es in einer heute verbreiteten Presseerklärung, „auch wenn es bestürzend wäre, wenn ausschließlich die NS-Vergangenheit von Borm und nicht allein dessen kriminelles Engagement gegen die Institutionen der alten Bundesrepublik eine Entscheidung im Sinne unseres Anliegens beeinflussen würde“. Borms Engagements für den braunen und den roten Sozialismus und damit für die beiden Diktaturen in Deutschland im 20. Jahrhundert würde jeweils „für sich allein“ die Fortführung eines Ehrengrabes zum „Vergehen gegen die Grundsätze unserer demokratischen Ordnung“ machen.

V.i.S.d.P.: © 2009 C.W.Holzapfel, Berlin,  cw.holzapfel@vos-ev.de Tel.: 030-30207785 – 017648061953