Breite Unterstützung für Heinz Grünhagen: Straße des 17.Juni

17.12.2008/cw – Er ist schwer krank, braucht täglich Hilfe: Heinz Grünhagen, ehemaliges Mitglied der Streikleitung vom 17.Juni 1953 vor Ort. Er ist der letzte überlebende Aktivist des seinerzeitigen Volksaufstandes in Strausberg bei Berlin. Seither bemüht sich der ehemalige politische Gefangene der SED-Justiz um das Andenken an „die größte und wichtigste Zeit in meinem Leben“ (Grünhagen). So schaffte er es mit Hartnäckigkeit, einen Gedenkstein an die Toten des Volksaufstandes gegen den Widerstand „einflussreicher ehemaliger Genossen“ vor den Toren der Barnim-Kaserne in Strausberg zu installieren. An diesem werden jedes Jahr die Kränze der Stadt niedergelegt.

Immer bei dieser Gedenkstunde im Juni dabei: Heinz Grünhagen. Erstmals in diesem Jahr musste er fern bleiben, die Gesundheit ließ die Wahrnehmung „des wichtigsten Termins im Jahr“ nicht mehr zu. Aber Grünhagen wäre nicht Grünhagen, wenn er trotz dieser für ihn schweren Situation aufgeben würde. In den letzten Wochen schrieb er an den Bürgermeister und die Fraktionen im Stadtrat einen dringenden Brief: Die Hennickendorfer Chaussee, auf der seinerzeit sowjetische Schützenpanzer aufgefahren waren, solle zum nächstjährigen 17.Juni in „Straße des 17.Juni 1953“ umbenannt werden.

Nicht nur Bürgermeister Hans Peter Thierfeld reagierte positiv. Auch die Fraktionen, einschließlich der LINKEn, sandten „konstruktive Signale“, man wolle gemeinsam und abseits vom Streit unter den Parteien nach einer Lösung suchen.

Auch die Verfolgten-Verbände stellen sich hinter den Antrag. Die Vereinigung 17.Juni 1953,

die aus dem vormaligen „Komitee 17.Juni“ hervorging und der größte und älteste Verband, die „Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS)“ wandten sich inzwischen in gleichlautenden Schreiben an den Bürgermeister und warben für die Initiative des ehemaligen Streikführers.

„Vielleicht ist das ja mein letzter großer Kampf,“ sagt Heinz Grünhagen fast ein wenig wehmütig. „Aber wenn ich es noch erleben kann, dass dem Aufstand von 1953 in meiner Stadt ein unübersehbares Denkzeichen gesetzt wird, dann wäre es der höchste Dank und die größte Anerkennung für all die Kameraden, die damals gefallen sind oder inzwischen verstarben und die für ein einiges, freies und besseres Deutschland gekämpft haben.“

V.i.S.d.P.: Carl-Wolfg. Holzapfel, Vereinigung 17.Juni 1953 e.V.,
Tel.: 030-30207785, Mobil: 0176-48061953, holzapfellyrag@aol.com –