Menschenrechte – Polizeieinsatz – Hausverbot

Hildebrandt-Freund aus Museum Haus am Checkpoint Charlie entfernt

wl – Großer Andrang am vergangenen Sonntag im weltberühmten Museum „Haus am Checkpoint Charlie“: Die Frau des ägyptischen Staatspräsidenten Suzanne Mubarak erhielt am „Tag der Menschenrechte“ von der Arbeitsgemeinschaft 13.August die neu geschaffene „Dr.Rainer-Hildebrandt-Medaille“ für Verdienste um die Menschenrechte. kein Geringerer, als der ehemalige bundesdeutsche Außenminister Hans Dietrich Genscher hielt die Laudatio. Und viele, viele Freunde des einstigen Museums-Gründers folgten der Einladung. Weniger, um einer Prominenten aus dem Nil-Staat als vielmehr dem Mann, der vor drei Jahren starb, als Sinnbild der Menschlichkeit nahe zu sein.

Während die Gründer-Witwe mit dem einstigen Außenminister hilflos durch die Räume irrte, weil die Museums-Direktorin offenbar nicht wusste, wo sie den prominenten Ehrengast hingeleiten sollte, entdeckte sie unter den erwartungsvoll wartenden Gästen den eigens eingeladenen Vorsitzenden der Vereinigung 17.Juni und jahrzehntelangen Freund ihres verstorbenen Mannes. Nur dumm, dass dieser trotz (zweimaliger) Einladung wegen Hausverbots eigentlich gar nicht anwesend sein durfte.

Nachdem Frau Direktor den Außenminister a.D. nach einem Orientierungs-Telefonat im Haus endlich geparkt hatte, beauftragte sie wohlüberlegt einen langjährigen Mitarbeiter des Hauses, der dem unwillkommenen Gast freundschaftlich verbunden war, mit dessen Entfernung. Und während zu Beginn der Veranstaltung über die in mehreren Räumen installierten Bildschirme der verstorbene Rainer Hildebrandt flimmerte, entfernte ein auf Veranlassung der Witwe herbeigerufenes dreiköpfiges Polizeikommando den Freund des Gründers aus den Museums-Räumen. Dazu musste die Polizei den zunächst Eingeladenen eigens auf einer Toilette sitzend aufspüren …

Pikant am Rande: Noch 1992 hatte Dr. Rainer Hildebrandt den nunmehr wegen „Hausfriedensbruch“ angezeigten Vereinsvorstand mit der „Sacharow-Medaille“ wegen seiner Verdienste um die Menschenrechte im Museum ausgezeichnet. Aber das war zu einer Zeit, als der Menschenfreund Rainer Hildebrandt noch selbst die Geschicke des Museums lenkte und sich Alexandra Hildebrandt noch im Lern-Stadium ihres Engagements für Menschenrechte befand.

Heute beruft sie sich gerne und mit Tränen in den Augen auf ihren großen Mann und verleiht gar eine eigens auf seinen Namen lautende Medaille an ausgesuchte internationale VIPs, während seine sterblichen Überreste nach wie vor und drei Jahre nach seinem Tod auf ihre Beisetzung warten. Ihr ist es erklärtermaßen „egal, wie lange Rainer im Regal (des Krematoriums Ruhleben; Anmerkung) steht“, denn auch hier bleibt sie sich treu: Nicht nur ein langjähriger Freund Rainer Hildebrandts, auch der Senat von Berlin hat sich ihren Wünschen und Bedingungen (für eine Beisetzung) anzupassen. Und da spielt der menschenrechtliche Anspruch auf eine Respektierung der Totenruhe wohl auch nur eine nachgeordnete Rolle…

12.12.2006

V.i.S.d.P.: Vorstand Vereinigung 17.Juni 1953 e.V.