Denn die im Dunkeln sieht man nicht Eklat um Verleihung der „Dr.Rainer-Hildebrandt-Medaille“ cw – Ein Großereignis steht wieder einmal vor der Tür: Am Tag der Menschenrechte soll in einem feierlichen Akt am Checkpoint Charlie die „Dr. Rainer-Hildebrandt-Medaille“ an I.E. Suzanne Mubarak, ihres Zeichens Frau des Staatspräsidenten von Ägypten, verliehen werden. Laudator ist kein Geringerer als der ehemalige Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, Hans-Dietrich Genscher (FDP). So weit, so gut. Wären da nicht die (vertrackten) Einladungen, die man für ein solches Ereignis verschicken muss, um die notwendige Kulisse herzustellen. Also wurde nah und fern angefaxt, angemailt oder auf herkömmlichem Wege eingeladen. So auch die „Vereinigung 17.Juni 1953 e.V.“, deren Vorsitzender Jahrzehnte mit dem Namensgeber der Medaille und Museumsgründer Rainer Hildebrandt durch Freundschaft verbunden war. Da der Vorsitzende satzungsgemäß die Vereinigung nach außen vertritt, meldete er sich ordnungsgemäß (wie auf der Einladung erwünscht) an und erhielt prompt eine – im Übrigen nicht einmal unterschriebene – Absage: Dem „sehr geehrten“ Vorsitzenden wurde mitgeteilt, dass „die Einladung für den 10.12.06“ der „Vereinigung 17.Juni 1953 e.V.“ galt und daher der Vorsitzende die „Einladung gerne an Ihre Stellvertreter weiterleiten“ könne, weil man in Bezug auf die Person des Vorsitzenden auf das ausgesprochene Hausverbot im Mauermuseum hinweise. Tatsächlich hatte die Witwe des drei Jahre nach seinem Tod noch immer nicht beigesetzten Museumsgründers im Juni diesen Jahres dessen jahrzehntelangen Freund am Rande einer Pressekonferenz mit der Begründung des Hauses verwiesen, dieser habe sich „ungefragt in die Frage der Beisetzung (ihres Mannes)“ eingemischt. Nun hat die streitbare Witwe vom (S)Chockpoint wohl ein formales und ein moralisches Problem: Formal lädt die Hildebrandt-Erbin offiziell einen historischen Verein ein, der kurz vor seinem 50.Jubiläum steht, will diesem aber (an dessen Satzung vorbei) vorschreiben, wer ihn vertritt. Moralisch stellt sie sich nach Ansicht von Beobachtern der Szene ins Abseits, weil sie ausgerechnet für die Verleihung eines „Internationalen Menschenrechtspreises“ einen jahrzehntelangen Kämpfer für eben diese Menschenrechte aus rein persönlichen Gründen trotz vorheriger Einladung ausgrenzen will. Dr. Rainer Hildebrandt hatte eben diesen Mann noch Anfang der neunziger Jahre im Haus Museum Checkpoint Charlie für dessen Verdienste um die Menschenrechte mit der Sacharow-Medaille ausgezeichnet. Ferner werden in zahlreichen offiziellen Publikationen des Museums (z.B. „Der gewaltlose Kampf in Europa – von Gandhi bis Walesa“) wie in deren Wänden seit Jahrzehnten die Aktionen für die Menschenrechte des nunmehr Ausgeladenen eigens hervorgehoben. Die Vereinigung 17.Juni sieht denn auch in der „rüden Abweisung“ ihres legalen Vertreters einen „handfesten Eklat um die Verleihung eines Menschenrechtspreises.“ Die Museums-Direktorin sei selbstverständlich frei, einzuladen, wen sie wolle. Aber sie könne nicht nach Gutsherrenart in die satzungsmäßigen Pflichten und Rechte ihrer Gäste nach dem Motto eingreifen: Das regle ich abseits unter der Hand, denn die im Dunkeln sieht man nicht. Sie solle sich, so die Vereinigung in einer Stellungnahme, „vielmehr daran erinnern, dass ihr verstorbener Mann derartige Manipulationen, noch dazu im Schatten einer Menschenrechts-Veranstaltung, als absurd und jeder demokratischen Gepflogenheit unwürdig, abgelehnt hätte.“ V.i.S.d.P.: Vorstand Vereinigung 17.Juni 1953 e.V., Wernshauser Str.21, 12249 Berlin

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