Chaos im (S)Chockpoint-Haus am Checkpoint Charlie

Umgang mit Menschenrechts-Aktivisten löst Irritation aus

cw – Die Posse um Einladungen zur Veranstaltung am bevorstehenden „Tag der Menschenrechte“ (10.Dezember) geht weiter.

Zunächst war unter anderen auch die „Vereinigung 17.Juni 1953“ zu der Verleihung der „Dr.Rainer-Hildebrandt-Medaille“ an Suzanne Mubarak, die Frau des ägyptischen Staatspräsidenten, eingeladen worden. Nach der Anmeldung ihres satzungsgemäßen Repräsentanten wurde dieser, wie berichtet, unter Hinweis auf ein von Alexandra Hildebrandt im Juni diesen Jahres ausgesprochenes Hausverbot ausgeladen.

Nachdem die Vereinigung gegen diesen rüden Umgang mit einem selbst in den Publikationen des Hauses angeführten Menschenrechts-Aktivisten protestiert hatte, erhielt dieser am gestrigen Tag eine persönlich adressierte Einladung. Erfreut sah die Vereinigung den Disput beigelegt und ihr Vorsitzender meldete sich (noch einmal) zur besagten Veranstaltung an.

Zur eigenen Überraschung erhielt der Vereinsvorsitzende 30 Minuten nach seiner per Fax versandten Einladungs-Bestätigung erneut eine Absage, die inhaltlich mit der ersten Absage übereinstimmte. Nun fragt sich nicht nur der so düpierte Vorstand, wie groß das offensichtliche Chaos im Museum sein muss, wenn hier die rechte Hand nicht mehr weiß, welche Einladungen die linke verschickt.

Der Vorsitzende Carl-Wolfgang Holzapfel: „Die bedauerlichen Vorgänge geraten zur Posse, die nicht nur das Ansehen der von Dr. Hildebrandt geschaffenen Institution schädigt, sondern ein schräges Licht auf die an sich ehrenvolle Veranstaltung und ihre Teilnehmer wirft.“

Der einstige Aktivist gegen die Mauer und für die Menschenrechte, der zwischen 1961 und 1989 kontinuierlich durch viel beachtete Demonstrationen immer wieder auf das Unrecht aufmerksam machte und dafür u.a. 1966 in Ost-Berlin zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, überlegt gegenwärtig noch, ob er „in geeigneter Form“ am Sonntag in der Friedrichstraße gegen die hier gezeigte „Willkür“ einer Frau demonstrieren will oder diese „in die Lächerlichkeit abrutschende Selbstherrlichkeit“ einer offensichtlich mit dem Andenken ihres Mannes „überforderten Frau“ ignorieren soll.

Schließlich wolle man nun ernsthaft überlegen, so der Vereinsvorsitzende, ob man einer Frau die Kulisse liefern solle, die zwar eine auf den Namen ihres verdienten Mannes lautende Medaille verleiht aber andererseits erklärt, ihr sei es egal „wie lange Rainer im Regal steht.“ (Fast drei Jahre nach seinem Tod steht die Urne des Verstorbenen noch immer im Regal eines Krematoriums, weil sich die Witwe trotz erheblicher Bemühungen der zuständigen Senatsverwaltung wie von Freunden Rainer Hildebrandts beharrlich weigert, einer Beisetzung außerhalb ihrer eigenen Bedingungen zuzustimmen.)

„Jedenfalls sei dieser Umgang mit einem verdienten Bürger unseres Landes zutiefst unwürdig, um nicht zu sagen skandalös“, so der jahrzehntelange Freund des Museumsgründers.

V.i.S.d.P.: Carl-Wolfg. Holzapfel, Vorsitzender