„Unwürdige Posse um Hildebrandt-Urne“

Berlin, 21.02.2006/cw – Mit Bestürzung hat die VEREINIGUNG 17.JUNI 1953 e.V. Presse-Berichte zur Kenntnis genommen, nachdem das Bezirksamt Charlottenburg der Witwe Dr. Rainer Hildebrandts ein Ultimatum für die Beisetzung der Urne gestellt haben soll. Die Vereinigung fordert die Beteiligten auf, die „unwürdige Posse um die Urne“ des Verstorbenen zu beenden und dem Gründer des weltberühmten „Mauer-Museums“ am Checkpoint Charlie endlich eine würdige und angemessene Ruhe zu gewähren.

„Zwei Jahre in einem Krematorium-Regal sind zwei Jahre Würdelosigkeit zuviel,“ erklärte der jahrzehntelange Freund und Mitstreiter Hildebrandts, Carl-Wolfgang Holzapfel, in einer Presseerklärung des Vereins, dem der Verstorbene als Beirat angehörte.

Die Vereinigung erinnerte an ihre Bemühungen nach dem Tod Rainer Hildebrandts am 9.Januar 2004, in dem aufgekommenen Streit um die letzte Ruhestätte zu vermitteln und verweist auf die Bereitschaft „der zuständigen Stellen“, dem Verstorbenen ein Ehrengrab auf der Anlage für die Kämpfer des 17.Juni 1953 auf dem Friedhof Seestrasse im Bezirk Wedding zuzuordnen.

„Dies wäre angemessen,“ erklärt die Vereinigung, „weil Rainer Hildebrandt sich auch um den 17.Juni 1953 sowohl als Autor von Sachbüchern wie als mittelbar aktiv Beteiligter verdient gemacht und für seine Verdienste im Kampf um die Menschenrechte und die Freiheit Berlins ein solches Ehrengrab verdient habe.“

Abschließend mahnt die Vereinigung die Witwe Alexandra Hildebrandt, ihren „berechtigten Kampf“ um das Erbe ihres Mannes nicht in eine „für seine Freunde schmerzliche Unerträglichkeit“ zu ziehen, die letztlich auch im krassen Widerspruch zur stets gezeigten Menschlichkeit, Liberalität und Konsensfähigkeit des Verstorbenen stehen würde.

(c) 2006 Carl-Wolfgang Holzapfel