13.11.2005

Ehem. US-Kommandant tot

Eugen K. Bird starb am 28.Oktober in Berlin – Beisetzung in aller Stille

cw –  Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der ehemalige US-Kommandant im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis, Eugen K. Bird am 28.Oktober in Berlin. Bird wurde 79 Jahre alt.

Dies teilte die Vereinigung 17.Juni 1953 mit, der Bird in den letzten Jahren freundschaftlich verbunden war.

Eugen K. Bird wurde am 11.März 1926 in Lambert, Montana/USA, geboren. Er trat 1944 in die US-Army ein und kämpfte bis zum Kriegsende gegen die Deutschen. Dabei war er u.a. an der Schlacht um Aachen beteiligt und überschritt als achter amerikanischer Soldat die weltberühmt gewordene Brücke  bei Remagen.

1947 wurde Bird Erster amerikanischer Wachoffizier im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis in Berlin, zu dessen Kommandant er 1964 ernannt wurde. In Spandau bewachten die vier Siegermächte USA, UdSSR, Frankreich und Großbritannien die in Nürnberg verurteilten Kriegsverbrecher. In den letzten Jahrzehnten wurde dort nur noch Hitlers Partei-Stellvertreter Rudolf Hess bewacht; nach dessen Tod am 17.August 1987 wurde das Areal abgerissen.

Bird hatte während seiner Amtszeit eine Vertrauensbasis zu Hess aufgebaut und darüber einen in 35 Ländern der Erde verlegten Bestseller geschrieben. Bis zu seinem Tod hielt Bird an seiner heftig umstrittenen Version fest, nach der der letzte Gefangene in Spandau ermordet wurde (u.a. Verlag Heitz& Höffkes, Essen).

Nach Angaben seiner Familie starb Eugen K.Bird, der Berlin nach seinem Ausscheiden aus der US-Army als Wahlheimat gewählt hatte,  „glücklich und in Übereinstimmung mit dem Erlöser Jesus Christus.“

Die Beisetzung findet in aller Stille im engsten Familienkreis statt. Die Familie bittet ausdrücklich darum, von Beileidsbekundungen am Grab Abstand zu nehmen. Dies entspräche dem ausdrücklichen Wunsch des Verstorbenen.

Die Vereinigung betrauert einen treuen Freund und Ratgeber. Sie wird das Andenken an Eugen K. Bird in Ehren halten.

V.i.S.d.P.: C.-W.Holzapfel, Vorsitzender, Anschrift w.o.