Berlin, 23.02.2012/cw – Der einstige Pfarrer und DDR-Bürgerrechtler Hans-Jochen Tschiche, 1989 Gründungsmitglied des Neuen Forums, hat scharfe Kritik an der Nominierung Joachim Gaucks für das höchste Staatsamt geübt.

Gegenüber der Berliner Zeitung DER TAGESSPIEGEL (Autor: Matthias Schlegel) äußerte sich der einstige Leiter der Evangelischen  Akademie in Magdeburg nahezu erbost über seinen ehemaligen Kollegen im Pfarramt. So habe sich Gauck bei einer Preisverleihung in München mit den Geschwistern Scholl (die für ihren Widerstand gegen das NS-Regime zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden) vergleichen  lassen. Er, Gauck, „wurde noch nicht einmal schamrot“, führt Tschiche gegen den Kandidaten an, der „niemals zur DDR-Opposition gehört“ habe. Gauck reise vielmehr „ohne Skrupel“ auf dem Bürgerrechtler-Ticket durch die politische Landschaft. Tschiche: „Er ist kein Vater der protestantischen Revolution“, sondern gehöre zu denen, „die sie beendet haben“. Hans-Jochen  Tschiche war ebenfalls Abgeordneter in der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR und gehörte acht Jahre lang der Bündnisgrünen-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt als Fraktionsvorsitzender an.

http://www.tagesspiegel.de/politik/buergerrechtler-hans-jochen-tschiche-gauck-ist-die-falsche-person/6242562.html

Wird seine wilde Ehe zum Streitthema?

In  einem weiteren Artikel setzt sich die TSP-Autorin Antje Sirleschtov mit der Kritik an den Eheverhältnissen des nominierten Präsidenten-Kandidaten auseinander, ohne sich selbst in dieses heikle Thema einzubringen. Vielmehr stellt die Autorin den vielfachen Argumenten gegen die „ungeordneten Familienverhältnisse“ eines künftigen Präsidenten die Kritik an diesem „Wühlen in seinem Schlafzimmer“ gegenüber.

Skeptisch wird registriert, dass Gauck bereits vor seiner ersten Kandidatur die Heirat mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt öffentlich in Aussicht gestellt habe, ohne diese Absicht bisher umgesetzt zu haben. Auch könne man ja wohl erst heiraten, wenn man zumindest zuvor geschieden sei, oder? Pfui Teufel oder modern und zeitgemäß?

Bemerkenswert bleibt, dass sich langsam auch wieder Journalisten an ihre Pflichten erinnern und Fragen stellen, wo der Öffentlichkeit in lauter Euphorie die Fähigkeit zur Hinterfragung abhanden gekommen zu sein  scheint. „Gauck hat sich dazu entschieden, das höchste Staatsamt in der Republik zu übernehmen.“ Richtig. Das impliziert die Hinnahme, die Tolerierung kritischer Nachfragen, auch wenn es „nur“ um die Frage nach der künftigen First Lady und nicht um die Frage günstiger Kredite für das eigene Haus geht.

Diese Kritik mit den „Gauck bekannten Zersetzungsmethoden“ gleichzusetzen, wie das die einst kritische Zeitung DIE WELT erstaunlicherweise und trotzdem unflätig formuliert, ist nicht nur eine Beleidigung der Kritiker, zu denen immerhin ebenso einstige SED-Verfolgte wie einstige Bürgerrechtler gehören, diese Einordnung beleidigt auch posthum den großen Verleger und Zieh-Vater des einstigen Flagg-Schiffes des Medien-Konzerns Axel Cäsar Springer.

http://www.tagesspiegel.de/politik/joachim-gauck-wird-seine-wilde-ehe-zum-streitthema/6242016.html

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Tel.: 030-30207785 oder 0176-48061953

Nachruf auf einen Freund

Berlin/Pforzheim, 23.02.2012/cw – Am 11. Februar, einem Samstag, verstarb Klaus Knabe; er wird am 24.02.2012 um 14:00 Uhr auf dem Hauptfriedhof in Pforzheim zur letzten Ruhe geleitet.

Vor neun Jahren war ich in seinem Museum zu einem Vortrag, konnte mich von der phantastischen Leistung dieses Mannes überzeugen. Knabe war kein Theoretiker. Wenn  er eine Idee hatte, dann mußte diese umgesetzt werden.

Nach dem Mauerfall, als viele Menschen trunken vor Freude in die von den meisten Politikern abgeschriebene Einheit taumelten, fing Knabe an, Utensilien der Teilung, Reste der in Agonie liegenden DDR zu sammeln. Dabei war der 1939 in Pohrsdorf bei Dresden geborene Knabe kein Nostalgiker, schon gar nicht der DDR. Er wollte die Erinnerung an eine dunkle Zeit der deutschen Geschichte bewahren. Dank war für ihn  kein Selbstzweck. Nur wer sich erinnert, kann sich der Dankbarkeit für die Überwindung von Gewalt und Unrecht widmen, so sein Credo.

Sein Vater, ein Mitglied der Bekennenden Kirche, wurde im  Dritten Reich mehrere Wochen  verhaftet. Die Treue zu seinen Überzeugungen wurde dem Heranwachsenden im Elternhaus vermittelt. Das bedeutete nicht automatisch die Verweigerung gegenüber den Ansprüchen  des Staates. Er engagierte sich bei den Jungen  Pionieren, bei der FDJ und verpflichtete sich sogar zum „Ehrendienst“ bei der Nationalen Volksarmee. Schnell geriet er dann aber in den Widerspruch zwischen eigener Überzeugung und der totalitären Staatsdoktrin („Die Partei, die Partei, die hat immer Recht“). Der überzeugte Christ fiel auch dadurch auf, dass er in Uniform an Gottesdiensten  teilnahm und darauf bestand, auch in der Kaserne seine Taschenbibel mitzuführen. Schon nach vierzehn Monaten wurde der junge Christ aus der NVA vorzeitig entlassen.

Knabe hatte großes Glück. Nachdem er vom ersehnten Studium ferngehalten und auf vielfältige Art schikaniert wurde, verließ er vier Wochen  vor dem Bau der Mauer am 13. August 1961 mit seiner schwangeren Frau Brigitte den totalitären Staat und siedelte sich in Pforzheim an, wo er als als Radio- und Fernsehtechnik-Meister ein erfolgreiches Geschäft aufbaute. Klaus Knabe wäre nicht er gewesen, wenn er trotz seiner Umsiedlung „innerhalb Deutschlands“, wie er immer betonte, seine Wurzeln verdrängt oder gar vergessen hätte.

Nachdem er ab 1965 wieder in die DDR einreisen durfte, nutzte er ausgiebig die Gelegenheit, seine alte Heimat getreu aufzusuchen, Verwandte und Freunde nicht nur materiell zu unterstützen, sondern ihnen auch die Werte der Freiheit zu vermitteln.

Als das Gefängnis DDR an seiner eigenen Mauer erstickte, kamen ihm und seiner Frau diese gepflegten Freundschaften zugute. Mit einer Leidenschaft, die nur Idealisten und Patrioten eigen  sein kann, fing er an, Utensilien zu sammeln, die an den untergegangenen Staat erinnern sollten. Klaus Knabe und seine Frau Brigitte wollten von dem Denkmuster der „grenznahen Erinnerung“ weg. Das Ehepaar wollte auch im „alten Westen“ die Erinnerung an die einstige „ferne Hälfte“ des geteilten Landes pflegen. „Nur wenn wir uns hier bewusst werden, welches Glück wir im Gegensatz zu den von uns abgetrennten Bürgern genießen durften, wird uns der Wert der Freiheit jeden Tag bewusst,“  erklärte mir der Freund bei meinem unvergessenen Besuch in Pforzheim.

Zunächst stellte Knabe seine stets größer werdende Sammlung im eigenen Häuschen aus, was aber bald an organisatorische Grenzen stieß. Mit dem ihm eigenen Elan gelang es dann, mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt Räumlichkeiten für ein Museum zu finden. Es war keine Leichtigkeit, diese als fremd empfundene Thematik in  die Köpfe zu bringen, aber Knabe setzte sich durch. Aus dem Museum wurde mit den Jahren ein Publikumsmagnet, überzeugte schließlich sogar die Landesregierung, die nach vielen Jahren des Kampfes schließlich einer Förderung durch das Land zustimmte.

Bis zu seinem Tod sorgte sich Klaus Knabe um das Erbe seiner eindrücklichen Schöpfung. Der von ihm gegründete Verein schien ihm als Garantie für eine  Fortführung nicht ausreichend, und so strebte er in den letzten Jahren eine Stiftung an, die die wertvolle Sammlung dauerhaft sichern sollte. Ihre Gründung konnte er nun nicht mehr erleben, auch wenn er mit gewohnter Tatkraft und Überzeugungswillen diese auf den Weg bringen konnte.

Ein Tumor im Kopf, längst überwunden geglaubt, wurde wieder aktiv, setzte diesem beispielhaften Leben ein viel zu frühes Ende. Das 2002 verliehene Bundesverdienstkreuz und der deutsche Einheitspreis 2006 waren folgerichtige, verdiente Auszeichnungen. Die Stadt Pforzheim sollte ihrem Bürger mit einem Ehrengrab den letzten Dienst erweisen.

Klaus Knabe hinterlässt neben seiner Frau die Kinder und vier Enkel. Er hinterlässt auch viele, ungezählte Freunde, die dankbar dafür sind, ihn gekannt zu haben. Wir werden diesenFreund, Idealisten und Patrioten nie vergessen.

Carl-Wolfgang Holzapfel

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Hinterwaldbrödel (Passau), Aschermittwoch 2012/jpg – Der Kandidat wurde überraschend für eine Rede zum diesjährigen Aschermittwoch vereinnahmt, die entstandenen Kosten üppiges Honorar plus Spesen) wurden durch außerordentliche Spenden (steuerbegünstigt) ausgeglichen. Wir geben den nicht autorisierten Text nachfolgend unwesentlich frisiert wieder:

„Sehr geehrte deutsche Närrinnen und deutsche Narren,

erlauben Sie mir diese etwas unkonventionelle Anrede, nachdem mir eine unanständige Nähe zu einem erfolgreichen und mutigen  Buchautor sarraziniert worden ist. Da ist es doch wichtig, sich unmissverständlich auszudrücken und schon in der Begrüßung die eigene Meinung deutlich zu karikieren.

Wissen Sie, ich bin ja nun etwas verwirrt. Vor zwei Tagen – oder waren es drei? – saß ich in  einem Taxi und durfte nur von einer Kandidatur träumen, als mich dieses schreckliche „Handy“ aus den Träumen riss mit diesem penetranten Klingelton … Als dann gewählter Kandidat werde ich mir gleich einen seriösen Ton zulegen lassen, was Jedermann ähh Jederfrau sicher verstehen wird… Also, ich werde aus meine Träumen gerissen und tatsächlich ist da ganz real die Bundeskanzlerin in der Leitung.

Jetzt wird sie mir sicher erklären, warum sich ihre Meinung von vor 16 Monaten – oder so ähnlich – nicht geändert haben könne. Schließlich sei sie unabhängige Bundeskanzlerin und nicht Mehrheits-abhängig, na ja, Sie wissen schon. So dachte ich. Falsch gedacht, lieber Kandidat, kam dann die demütige Einsicht. – Schließlich bin ich ja auch nicht Supermann oder sonst so ein  Held, das bitte ich mir abzunehmen. Auch ich mache Fehler, manchmal auch im  Denken… –

Jedenfalls – ach, ich kann das abkürzen, Sie kennen ja die Historie der Kür. Also ich habe dann  dem Taxifahrer bedeutet, sie fahren jetzt den künftigen Präsidenten und eh der sich erholen konnte, habe ich ihm dann gesagt, fahren sie zum  Kanzleramt. Vor dem Amt hat er sich dann das historisch bedeutsame erste Autogramm des Kandidaten geben lassen, BILD berichtete übrigens ausführlich, andere Medien natürlich auch, ich bin da keinesfalls einseitig aufgestellt. Das mit dem Taxi- ähh Autogramm habe ich gerne getan, wirklich. Weil diese Kritiker mir immer vorwerfen, ich würde für meine immerhin wertvollen Auftritte Geld, viel Geld verlangen. Wissen Sie, wenn man weiß, was einen als gewählter Kandidat so erwartet, da darf man dann auch mal etwas aus der eigenen Tasche geben, da bin ich großzügig, gewissermaßen als Vorgabe. Das rechnet sich ohnehin, auch ohne kleinkarierte Euro- ähh Erbsen-Zählerei…

Ja, also, als ich dann neben der Bundeskanzlerin sitzen durfte, und links und rechts die führenden Partei-Patriarchen der Republik – ich glaube, da wären Sie auch verwirrt gewesen. Eigentlich hätte ich mich vorher waschen  wollen, weil die Bundeskanzlerin ja nun  einen neuen Kandidaten neben sich sitzen  haben sollte, gewissermaßen rein gewaschen, aber das hat in der Eile nun nicht geklappt. Ich weiß ja auch noch nicht, ob im Gegensatz zu einem doch sehr einfachen  Taxi mein künftiger Dienstwagen eine Gelegenheit vorsieht, mich vor meinen künftigen  Auftritten reinzuwaschen. Das wird man sehen.

Die Bundeskanzlerin hat das aber dann doch beeindruckend umformuliert, ich meine ihre damalige Meinung und jetzt die von – ähh – heute – oder gestern? Egal. Jedenfalls hat mich das sehr überzeugt, wie sie die Kandidatur als die sehr gute und beste Lösung präsentiert hat.

Das war schon wichtig, denn  die anderen waren ja schon vor sechzehn Monaten davon überzeugt, die brauchten also nicht so schnell ihre Manuskripte umschreiben.

Alle Achtung, wie da der Stab im Kanzleramt schnell und richtig funktioniert. Da muss ich mir doch Gedanken machen, ob mir die Bundeskanzlerin nicht wenigstens leihweise ihr Personal für das Schloss zur Verfügung stellen kann. Denn die im Schloss haben da wohl mit ihren Formulierungskünsten etwas Schwierigkeiten, wenn  ich so die letzten Wochen verfolgt habe… Bitte haben Sie Verständnis dafür, wenn  ich meinen kurzzeitigen Vorgänger nicht, schon gar nicht hier, kritisieren will.

Der konnte ja letztlich nichts dafür, dass ihn die Bundeskanzlerin ausgewählt hat und dann auch noch die Medien das nicht akzeptieren wollten.

Bei mir ist das sicherlich anders, da bin ich als Kandidat im christlichen  Glauben fest von überzeugt. Sind wir doch mal ehrlich: Einen Kandidaten der Herzen schießt man nicht einfach mir nichts, dir nichts ab. An dieser Stelle will ich mich zwar nicht zu Wirtschaftsthemen äußern, das würde mir ja ohnehin ungebührlich um die Kandidaten-Ohren gehauen, aber ich darf doch in  aller Kandidaten-Deutlichkeit – dafür werde ich ja zu recht gelobt – anmerken, das die wirtschaftlichen Überlegungen – Auflagen, Akzeptanz usw. – ja schließlich in diesem unserem Deutschland auch eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Und ich bin meinem Kurzzeit-Vorgänger wirklich tief dankbar, dass es ihm gelungen  ist, die öffentliche Ab- und Aufarbeitung an diesem großen und ehrenvollen  Amt vorwegzunehmen.

Er hat sich damit mindestens um  seinen Nachfolger verdient gemacht, das steht für mich ohne Zweifel fest. Und da hat er allein schon deswegen sein  andauerndes Ruhegehalt verdient, meinen Sie nicht?

Erlauben Sie mir noch ein  Wort zu der gelegentlichen, eigentlich auch unwesentlichen Kritik an meiner Kandidatur – ich könnte auch sagen: stillosen Mäkelei, aber versage mir diese Form der Auseinandersetzung -   die ja über mich gekommen ist wie einst die Empfängnis über Maria. Und das sage ich so deutlich, weil ich mich auch als Kandidat der Katholiken in diesem Land verstehe.

Ja, ich bin verheiratet, und das ist auch gut so für einen so wichtigen Kandidaten. Ja, ich lebe seit der Wiedervereinigung unvereinigt, auch das ist gut so. Dieses Land braucht unkonventionelle Signale. Ich als Kandidat muss auch die mitnehmen, die sich nicht vereinigt fühlen. Wie ginge das besser, als durch das vorgelebte Beispiel? Das ist, zugegeben, nicht Katholizismus, aber ich stehe ja auch für die Protestanten  in diesem Land.

Außerdem lebe ich ja nicht unbeweibt, auch ein wichtiger Punkt. Wenn ich bemannt wäre, unabhängig von meiner auch von gelegentlichen Kritikern nicht bezweifelten Männlichkeit, dann  könnte ich als Kandidat gewisse Irritationen verstehen. Aber so? Wen geht es denn wirklich etwas an, ob meine nicht vereinigte Ehefrau oder die mit mir vereinigte Partnerin – übrigens eine hervorragende Journalistin und immerhin  aus dem konservativen Bayern, das muss man hier doch einmal anmerken dürfen – die First Lady abgeben – ähh ich meine – repräsentieren darf? Das entscheide letztlich immer noch ich als dann gewählter Kandidat.

Auch schon früher habe ich da keinen Zweifel an meinem Gestaltungswillen zugelassen, das wird sich nicht ändern. Ob ich mit der Stasi gekungelt habe und die Deppen gar nicht gemerkt haben, wie ich mit denen Schlitten gefahren bin, oder ob ich als erster Chef – sehen Sie, ich war immerhin schon einmal Erster, eine gute Voraussetzung – einer großen Aufarbeitungsbehörde aufmüpfige Pseudo-Wissenschaftlern die rote Karte gezeigt habe, weil die schlauer sein wollten, als ich: Immer habe ich deutlich gemacht, wo der Bartel den Most holt.

Das wird sich – mit Ihrer und der medialen Hilfe – absolut nicht ändern. Denn  wenigstens Sie haben Verständnis für einen Kandidaten, der nicht fehlerfrei ist und das im  Gegensatz zu seinem in diesem Punkt – Verzeihung – etwas holperig argumentierenden Vorgänger von vornherein freimütig einräumt. Vor Ihnen steht – nicht zum ersten Mal in dieser schwierigen Zeit – ein Mensch.

Das soll so bleiben, so wahr mir Gott helfe.“

© 2012: Der Kandidat, Berlin.

Berlin, 21.02.2012/cw –Aufregung und Verärgerung bei den Nutzern des MDR-Internet-Angebotes löst die überraschende Sperre des Internet-Votings in Sachen  Gauck durch den Sender aus. Wie der MDR auf seiner Seite http://www.mdr.de/nachrichten/voting146.html überraschend mitteilt, hat sich die MDR-Online-Redaktion „nach einer technischen Manipulation des Votings “Ist Joachim Gauck der Richtige für das Amt des Bundespräsidenten” am Montagabend entschieden, das Voting zu schließen und von der Seite zu nehmen.“

Manipulation oder Skandal? Der MDR sperrte vor 24 Stunden das Gauck-Voting

Überraschend hatten sich innerhalb kurzer Zeit 19% / 738 Stimmen für, aber 78% / 2.950 Stimmen gegen den einmütig nominierten Wulff-Nachfolger ausgesprochen. Der sprunghafte Anstieg der NEIN-Stimmen verwirrte die Online-Redaktion derart, dass sich der amtierende Redaktionsleiter Holger Hentze veranlasst sah, die Seite zu sperren. Hentze „sagte, nach 18 Uhr habe es innerhalb weniger Minuten Tausende Zugriffe gegeben. Dies sei äußerst auffällig und lasse darauf schließen, dass hier jemand technisch manipuliert habe.“

Eine Begründung, wie denn die unterstellten Manipulationen erfolgt sein könnten, lieferte der Sender nicht, aber: „Vorwürfe, der MDR habe die Abstimmung nur deshalb unterbrochen, weil das Ergebnis dem MDR politisch nicht ins Konzept passe, wies die Redaktionsleitung zurück. Zwar seien Online-Abstimmungen nicht repräsentativ, andererseits sollten sie jedoch ein Stimmungsbild wiedergeben. Werde das durch Manipulation verfälscht, besitze es keinerlei Aussagekraft mehr.“

Die Diskussion um die überraschend schnelle Nominierung des ersten Stasi-Beauftragten für das höchste Staatsamt gewinnt augenscheinlich an Fahrt. Während kritische Stimmen nur zögerlich transportiert werden, räumt hier nach Meinung von Beobachtern erstmals ein Umfrage-Medium öffentlich ein, zumindest augenblicklich dem Anspruch auf die allzeit repräsentierten Blitz-Umfragen technisch nicht gewachsen zu sein.

V.i.S.d.P.: Vereinigung (AK) 17. Juni 1953 e.V., Berlin, Tel.: 030-30207785

Berlin, 21.02.2011/cw – Die Opposition im Niedersächsischen Landtag will es jetzt genau wissen. Nach Presseberichten hat die SPD beim niedersächsischen Staatsgerichtshof Klage eingereicht um  die Frage klären zu können, ob die Staatsregierung unter Wulff wie unter seinem Nachfolger das Parlament belogen habe.

Eine von der SPD so nicht beabsichtigte Brisanz erhält der Vorgang durch heutige Presseberichte, nach denen auch der designierte Wulff-Nachfolger Joachim Gauck das Parlament, hier den Deutschen Bundestag, belogen hat. So schreibt DER TAGESSPIEGEL, Berlin, in seiner heutigen Ausgabe unter dem Titel „Der Wortbürger“ (Seite 3) unter anderem:

„Er (Gauck) hat seine Entscheidung (ehemalige Stasi-Mitarbeiter in der BStU zu beschäftigen) nicht nur verteidigt – mit der Notwendigkeit, die Wissensträger von gestern an der Aufarbeitung zu beteiligen. Er hat sie auch später noch gerechtfertigt. „Beim Bundesbeauftragten wurden am 1. Januar 1997 noch 15 ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter des MfS als Angestellte bzw. als Arbeiter beschäftigt“, ließ er den Bundestag Ende der 90er wissen, obwohl die Zahl zu diesem Zeitpunkt weit höher lag. Gutachter haben später den Satz geschrieben: „Diese Auskunft war falsch.“ http://wikileaks.org/wiki/Stasi-in-bstu.pdf  Was, ins Politische übersetzt, nichts anderes heißen kann, als dass Joachim Gauck den Bundestag belogen hat. In Hannover hat eine Lüge vor dem Parlament gerade dazu beigetragen, Gaucks Vorgänger Christian Wulff aus dem Amt zu treiben.“ http://www.tagesspiegel.de/politik/praesidentschaftskandidat-joachim-gauck-der-wortbuerger/6232710.html

Brisantes BStU-Gutachten - bereits mehrfach im NET gesperrt...

 Was nun, SPD? Was nun, BILD (zum Beispiel)? Wie verträgt sich der moralische Anspruch, einen Präsidenten zum Rücktritt zwingen  zu müssen, weil er das Parlament belogen und eine zu große Nähe zu gewissen Geschäftsleuten gezeigt habe etc. mit dem jetzigen Totschweigen einer Parlamentslüge des Kandidaten, des „Präsidenten der Herzen“, mit dem geflissentlichen Übersehen seiner Nähe zu Wirtschaftsbossen? Das Foto von Christian Wulff mit Carsten  Maschmeyer und seiner attraktiven Monica Ferres kennt inzwischen  die ganze Republik. Es mußte als ein weiterer anrüchiger Beleg für die „mutmaßliche“ (Unschuldsvermutung!) Verkommenheit des Präsidenten herhalten. Das Foto Joachim Gaucks mit dem Ehepaar Ferres/Maschmeyer hingegen ist nur unter vielen Fotos im Internet auszumachen, hat hingegen  seinen Weg weder auf die (anklagenden) Vorderseiten noch sonst auf eine Seite in  den Druck-Medien gefunden.

Die „Text-Bild-Schere“, wie es einmal ein den Sozialdemokraten angehörender Journalist lässig seinen Zuhörern erklärte, funktioniert offenbar. So auch im sich kritisch gebenden TAGESSPIEGEL. Statt des angeführten Maschmeyer-Fotos wird unter dem Bild-Titel „Aufrecht stehen“ ein fast halbseitiges Fotos Joachim Gaucks vom Herbst 1989 in der Rostocker Marienkirche abgedruckt. Auch die kritische Anmerkung von der Lüge vor dem Bundestag wird nicht etwa unter dem Aufmacher „Der Wortbürger“ als Aufsatzmarkierung untertitelt, sondern brav im Gesamttext versteckt. Immerhin bleibt im Zweifelsfall so die Rechtfertigung, man habe doch sein Wächteramt ausgeübt und die kritischen Lebenspunkte des Kandidaten offen beleuchtet. Der kleine, aber entscheidende Unterschied: Christian Wulff gelangte mit seinen „Verfehlungen“ auf die Titelseiten und in die Aufmacher selbst. Joachim Gauck schafft es auch auf die Titelseiten, als umjubelter Wunschkandidat. Seine „Verfehlungen“ werden, wenn überhaupt, in den Texten der Innenseiten versteckt. Und die liest, erfahrungsgemäß, nur der Bürger intensiv, der ohnehin weiß, was gespielt wird.

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